Aktuelles

Februar 2026

Sind Alltagsbewegungen wie Aufstehen und Hinsetzen gesundheitsfördernd?

"Sitzen ist das neue Rauchen!" - so können die gesundheitsrelevanten Auswirkungen von sitzender Tätigkeit knapp zusammengefasst werden. Um die ungünstigen gesundheitlichen Einflüsse des vielen Sitzens zu kompensieren wird moderate bis energische Bewegung ("moderate to vigorous physical activity") für mindestens 30 Minuten pro Tag empfohlen (Ekelund et al. 2020). Das erfordert eine deutliche Anstrengung pro Tag, die einen Zeitaufwand, köperliche Fähigkeiten und Motivation benötigt.

Einfache Alltagsbewegungen ("light physical activity") sind bislang wenig in Betracht gezogen worden hinsichtlich eines Einflusses auf die Gesundheit. Zu gering ist der Energieumsatz dieser nur kurz andauernden Bewegungen, als dass er gesundheitlich relevant sein könnte. Anders ist es vom Gesichtspunkt der Herzkreislaufregulation: wir konnten nun zeigen, dass das Aufstehen vom Stuhl und das Hinsetzen deutliche, einheitliche Muster in der Herzfrequenz (Übergangsschwingung) als Ausdruck der Herzkreislaufregulation hervorrufen, die etwa 20 bis 30 Sekunden brauchen (Heidelbach MJ; Lange S; Edelhäuser F; Cysarz D. Sit-to-stand and stand-to-sit transitions stimulate cardiac autonomic regulation and lead to age-dependent short-term patterns in heart rate. Front Physiol 2026 17: 1733672) . Das passiert somit jedes Mal beim Aufstehen und Hinsetzen - nur die Höhe des Musters sinkt mit steigendem Alter.

 

Können also regelmäßiges Aufstehen und Hinsetzen gesundheitlich positive Konsequenzen haben? Wir meinen ja, denn bei jedem Aufstehen werden die beteiligten Regulationen des Herzkreislaufs aktiviert und somit trainiert. Positive Konsequenzen zeigten sich auch in einer Untersuchung bei postmenopausalen Frauen mit Bluthochdruck: das häufigere Aufstehen (und das zugehörige Hinsetzen) zur Verringerung des sitzenden Verhaltens führt zu einer Senkung des Blutdrucks (Hartman et al. 2025). Unsere Studie kann eine Begründung für diesen Effekt liefern: die häufigere Aktivierung, und damit das vermehrte Training der beteiligten Herzkreilaufregulation verbessert die Regulation und führt zur Senkung des Blutdrucks. 

Juli 2025

Das Research Topic Mind-body medicine and its impacts on psychological networks, quality of life, and health - Volume II fand großen Anklang. Insgesamt wurden 40 Manuskripte publiziert, jetzt ist das Editorial mit einer Übersicht über alle Artikel erschienen: Schulz S, Cysarz D, Musial F, Seifert G. Editorial: Mind-body medicine and its impacts on psychological networks, quality of life, and health - Volume II. Front. Integr. Neurosci. 19: 1658381.

Juli 2024

Der Herzrhythmus ist sensitiv für viele Einflüsse des menschlichen Organismus. Bei genauerer Betrachtung des Herzrhythmus wird u.a. deutlich, dass viele einfache Alltagsbewegungen ein spezifisches Muster im Herzrhythmus zeigen. Das haben wir für zwei Alltagsbewegungen, Hinknien auf ein Knie (wie beim Schuhe schüren) inkl. anschließendem Aufstehen und für das Arme heben und strecken im Sitzen (wie beim Räkeln und Gähnen), untersucht. Beide Bewegungen zeigen spezifische und wiederholbare Herzfrequenz-Muster (siehe Heidelbach MJ, Cysarz D, Edelhäuser F. Typical everyday movements cause specific patterns in heart rate. Front Physiol 2024 15: 1379739). Also wird selbst bei diesen einfachen Alltagsbewegungen die Herz-Kreislauf-Regulation auf spezifische Weise angeregt.

Mai 2024

Die Publikation zur Synchronisation zwischen Hexmeter-Rezitation und Herzrate ist zwar schon ca. 20 Jahre alt (siehe Cysarz D et al. Am J Physiol - Heart Circ Physiol 2004 287(2): H579-H587), aber sie ruft sporadisch immer noch Interesse hervor. Für die Podcast-Reihe 'Just one Thing' ('If time is tight, what's the one thing that you should be doing to improve your health and wellbeing? Michael Mosley reveals surprisingly simple top tips that are scientifically proven to change your life') vom BBC London ist der Sprachtherapeut, Initiator  und Co-Autor der genannten Studie, Dietrich von Bonin aus Bern (Schweiz), bzgl. der positiven Wirkungen von lautem Lesen von Dichtung/Poesie interviewt worden.

Der Podcast -Folge 'Read a poem' von 'Just one thing' ist auf der BBC-Seite zu hören.

Viel Spaß beim Zuhören - lesen auch Sie Ihre Lieblingsdichtung laut und profitieren Sie von den gesundheitlich positiven Wirkungen.

Februar 2024

Research Topic

Die Zeitschrift Frontiers in Integrative Neurosciene bietet momentan das Research Topic Mind-body medicine and its impacts on psychological networks, quality of life, and health - Volume II an (Topic Editors: Steffen Schulz, Frauke Musial, Dirk Cysarz und Georg Seifert). Inhaltlich passende Manuskripte können bis zum 31.07.2024 eingereicht werden.

 

 

Prof. Dr. rer. nat. Dirk Cysarz
- Integriertes Begleitstudium Anthroposophische Medizin
- Institut für Integrative Medizin
Fakultät für Gesundheit, Department für Medizin
Universität Witten/Herdecke
Gerhard-Kienle-Weg 4
D-58313 Herdecke